75 Jahre S.C. Grün-Weiß Lichtenbusch 1949 e.V.
Unsere Historie
Kontinuität und Identität – das sind die Leitmotive, welche die nun über 75- jährige Geschichte des S.C. Grün-Weiß Lichtenbusch kennzeichnen.
1949 - 1974
September 1949 – ein Monat voller politischer, aber auch sportlicher Entscheidungen: Konrad Adenauer bildete die erste Bundesregierung; nur wenige Tage später, am 24. des Monats, gründeten die Sportfachverbände wieder ein Nationales Olympisches Komitee. Und am selben Tag hatte schließlich auch Lichtenbusch sein erstes sportliches Ereignis nach dem Krieg. Die Kicker des neugegründeten „S.C. Grün-Weiß Lichtenbusch 1949“ bestritten ihr erstes Match.
Die Gründermannschaft 1949

Hintere Reihe: H. Wolkenar, H. Hausmann, G. Könen, H. Tings, L. Faymonville, H. Hompesch, A. Franhsen
Vordere Reihe: K. Hoffmann, K. Peters, H. Brankertz, W. Creutz, L. Hoffmann
Auf einer Kuhweide in der Kesselstraße trat die neue Mannschaft gegen Forst an. Vor rund 500 Zuschauern endete die Partie bei sonnigem Wetter mit einem zufriedenstellenden 3:3 – der Neuling war gut vom Start weggekommen. Und die Gründer teilten dem Fußballverband Mittelrhein ein einem stolzen Brief mit: „Einem dringenden Wunsche der ganzen jüngeren Bevölkerung unseres Ortes Lichtenbusch nachkommend, haben wir nach monatelanger Vorbereitung in einer Gründerversammlung am 24.9.1949 den Sportclub Grün-Weiß Lichtenbusch 1949 gegründet“.
Franz Breuer, Albert Franhsen, Heinz Hauten, Leonhard Hompesch und Johann Kuckartz hatten die Mitglieder geworben und den neuen Verein beim Verband angemeldet; sie hatten einen Platz organisiert und stellten die Mannschaft zusammen – und sie sammelten die ersten Beiträge ein, die auf eine Mark pro Monat festgelegt worden waren. Für die Spieler waren die Vorbereitungen dagegen weniger aufwendig als für die Gründerväter. Regelmäßiges Training gab es schließlich noch nicht.
Doch die neue Mannschaft aus dem Grenzort war fit genug, um gleich Sieger der ersten Pflichtrunde zu werden. Und im nächsten Jahr ging es genauso furios weiter. Die Lichtenbuscher wären als Meister der Saison in die erste Kreisklasse aufgestiegen, hätte der damalige Jungkicker Karl Hoffmann nicht im letzten Spiel den Ball ins eigene Netz geschoben.
Schon in den Gründerjahren machte die Truppe von der belgischen Grenze aber nicht nur sportlich etwas her. Die Newcomer waren zum Teil besser ausgerüstet als der heutige Club. Die jungen Talente reisten zum Beispiel stets im club-eigenen Mannschaftsbus. Solchen Luxus konnte der „1. FC Mokka Türk“ sich leisten, weil die Kicker auch sonntags das Geschäft nicht vergaßen: In den „Spielertaschen“ waren weder Schuhe, noch Stutzen, noch Trikots – sondern „braune Bohnen“.
Solche Anekdoten lassen sich aus der jüngeren Vereinsgeschichte nicht mehr erzählen. Der S.C. Grün-Weiß Lichtenbusch 1949 ist längst etabliert: Seit 1971 wird der Club im amtlichen Register als eingeschriebener Verein geführt. Seit 1974 müssen die Spieler ihren Fußballplatz auch nicht mehr mit den Kühen teilen. Die Stadt Aachen ließ damals das Sportgelände an der Monschauer Straße ausbauen. Und nach vielen Verzögerungen gab es schließlich dann noch 615.000 Mark für ein Sportlerheim. Das Haus werde auch „komfortablen Vorstellungen gerecht“, hieß es in der Aachener Volkszeitung, als der Bau im Juni 1982 eingeweiht wurde.
Im Folgenden ein kurzer Blick auf den Verein im 25. Jubiläumsjahr 1974:
Der Vorstand im Jubiläumsjahr 1974

Hintere Reihe: Reiff, Ostlender, Breidenbach, Kaldenbach, H. Misere, Breuer, K. Hoffmann, F. Keutgen, M. Laschet
Vordere Reihe: K. Kessel, Kl.Peters, L. Hoffmann, J. Kessel, Könen, Sebralla
1. Mannschaft 1974

Hintere Reihe: Giesen, Bucholski, Hickmann, Timmermann, Dannreuther, Dittmar, Weiß, Laeven, Könen
Vordere Reihe: Hompesch, Beaujan, Müller, Misere, Meyer, Ganser, Keutgen
1974 - 1999
1982 war gleich in mehrfacher Hinsicht ein wichtiges Jahr: Lichtenbuschs „Erste“ schaffte den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Dort konnten sich die Fußballer aus dem Grenzort bis 1999 halten. In der 1. Kreisklasse hatten die Lichtenbuscher auch vor 1982 schon gespielt. Doch nach dem Abstieg 1971 hatte es immerhin elf Jahre gedauert, bis sich die Truppe aus dem Aachener Süden wieder nach oben gearbeitet hatte.
Unsere Meisterelf Kreisliga B 1982

Hintere Reihe: Karl Hoffmann, Gert Könen sen., Heinz Stumm, Karl-Heinz Laschet, Jörg Ziesche, Horst Gatzweiler, Reinhard Plum, Curd Laschet, Rolf Nicoll, Gerd Hickmann, Hans Heyenn, Franz Keutgen, Siegfried Breuer, Gert Könen jun.
Vordere Reihe: Harald Rubner, Zoltan Yajdic (Sokki), Dirk Schmitz, Dieter Hauten, Alfred Winkhold, Harald Paul, Klaus Sobottka
In den 50er und 60er Jahren hatten Erfolg und Misserfolg dagegen viel dichter zusammengelegen. Meisterjubel und Abstiegskater wechselten einander ab: 1963 Aufstieg in die 1. Kreisklasse, 1964 Abstieg, und schon 1965 war man wieder oben. Das schlechteste Ergebnis in der Vereinsgeschichte hatten die S.C.-Spieler knapp 10 Jahre früher erzielt. 1956 war die 1. Mannschaft in die 3. Kreisklasse abgerutscht. Doch auch damals war die Durststrecke schon nach einem Jahr überwunden.
Eine starke und gut geführte Juniorenabteilung sorgte regelmäßig für hervorragenden Nachwuchs und so konnte der S.C. 1987 eine dritte Seniorenmannschaft melden. Diese spielte bis 2004 in der Kreisliga C, konnte danach zunächst aus Personalmangel nicht weitergeführt werden. Im Jahr 2011 wurde wieder eine „Dritte“ gemeldet, die seitdem ununterbrochen am Spielbetrieb teilnimmt und eine feste Größe in der Kreisliga D darstellt.
Die 2. Mannschaft stieg 1986 erstmalig in die Kreisliga B auf, musste aber 1988 wieder absteigen. Im Jahre des 40-jährigen Jubiläums 1989 wurde erneut der Aufstieg in die B-Klasse gefeiert. Nach einigen weiteren Ab- und Aufstiegen ist die „Zweite“ heutzutage fester Bestandteil der Kreisliga C.
Meister der Kreisliga C 1989
2. Mannschaft im Jubiläumsjahr 1989

Hintere Reihe: G. Hickmann, H.-J. Neumann, J. Koch, W. Dittmar, R. Sauder, H. Becker, J. Buchsteiner, Chr. Schaffranek, R. Plum, R. Engels
Vordere Reihe: D. Althaus, T. Ziemons, J. Jansen, Fr. Campo, C. Laschet
Auf dem Bild fehlen D. Schmitz und A. Winkhold
1993 veranstaltete der S.C. Grün-Weiß Lichtenbusch ein Sommerfest im Rahmen des „Lambert Hoffmann-Gedächtnis-Turniers“ mit einem großen Auftritt der legendären „HÖHNER“.
Die 1. Mannschaft wurde 1996 Vizemeister der Kreisliga A und nahm erstmalig in der Vereinsgeschichte an der Relegation zum Aufstieg in die Bezirksliga teil. Leider konnte sie sich nicht qualifizieren. Trotzdem wurde aus dieser Relegation mit sehr viel Freude und tollen Leistungen ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte.
Mai 1996 Vizemeisterschaft Kreisliga A

Von links: Trainer Udo Sieger, Lutz Hoffmann, Dietmar Schmitz, Michael Rademacher, Günter Stockem, Jürgen (Joschka) Koch, Arndt Baer, Jimmy Scheen, Marc Prömpler, Dieter Nießen, Peter Knipprath, Betreuer Hermann Josef Neumann, Christoph Schaffranek,
Vordere Reihe von links: Elmar Croe, Horger Karbach, Max Lydorf, Ralf Laufenberg (Quasi), Hans-Günther Kuropka (Mucki), Michael Dannhauer, Betreuer Hermann Geilen.
1999 - 2024
Leider musste die „Erste“ im Jubiläumsjahr 1999 nach 17 Jahren in der Kreisliga A den Abstieg in die Kreisliga B hinnehmen, in der man von dann mit zwei Mannschaften in verschiedenen Gruppen antrat. Bereits im Folgejahr 2000 schaffte die 2. Mannschaft den Wiederaufstieg. Die nächste Jahre waren geprägt von Reformen des Fußballverbandes Mittelrhein. Im Jahre 2001 wurden die Fußballkreise Aachen und Monschau zusammengelegt. Die Zuordnung der Mannschaften zur Kreisliga A und Kreisliga B erfolgten nach einer Koeffizienten Berechnung und der „S.C.“ wurde wieder der Kreisliga B zugeordnet. Im Jahre 2003 gelang der erneute Wiederaufstieg in die Kreisliga A, 2004 erfolgte der erneute Abstieg. Im Jahre 2006 gelang zwar wieder der Aufstieg, jedoch führte der Fußballkreis Aachen im Jahr 2008 die eingleisige Kreisliga A ein. Wieder erfolgte die Zuordnung der Mannschaften nach einer Koeffizienten Berechnung, was für die 1. Mannschaft den Abstieg in die Kreisliga B bedeutete.
2010 gelang der erneute Aufstieg in die jetzt eingleisige Kreisliga A,. In den ersten Jahren nach dem Aufstieg spielte die junge talentierte Mannschaft oben mit. Für manchen Trainer in der Liga galt sie als Geheimtipp für den Aufstieg in die Bezirksliga. 12 Jahre spielte man ununterbrochen in der Kreisliga A. Im Sommer 2022 folgte der Abstieg in die Kreisliga B. Hier hat sich die verjüngte Mannschaft unter Trainer Georg Bauer mittlerweile im oberen Tabellendrittel etabliert hat.
Aufstiegsmannschaft in die Kreisliga A 2010

Hintere Reihe: Präsident Max Schumacher, Kassierer Oliver Weißkirchen, Obmann Georg Preußing, Jens Linke, Tobias Gastes, Stephan Gerich, Bennet Kather, Thomas Jansen, Sebastian Große-Puppendahl, Max Brauers, Co-Trainer Michael Dannhauer, 2. Vorsitzender Jan Buchsteiner, Trainer Dieter Nießen
Mittlere Reihe: Sascha Remmert, Niklas Tzschoppe, Paul Vorländer, Christian Jansen, Dustin Mommertz, Benni Blau, Kevin Braun
Vordere Reihe: Claus Dannhauer, Jens Hoffmann, Bastian Hahn, Daniel Müller.
Mädchenfußball in Lichtenbusch
In den Jahren 2011 bis 2015 konnte zwischenzeitlich der Mädchenfußball im Bereich D- und C-Jugend wiederbelebt werden. Nach erfolgreichen Spielzeiten von der Kreisliga bis zur Bezirksliga, mussten die Mannschaften im Jahr 2015 wegen Personalmangels aufgelöst werden. Seit der Saison 2024/25 hat der Verein wieder zwei Mädchenmannschaften. Mit Hannah de Jong, die aus unserer Mädchenmannschaft stammt und mittlerweile in der 1. Frauenmannschaft von Alemannia Aachen spielt, haben unsere neuen Mädchenmannschaften eine erfolgreiche Trainerin.

