Senioren erwischen gebrauchten Tag, A-Junioren brauchen ganzen Tag – Rund 100 Lichtenbuscher machen das Kreispokalfinale zu einem echten Erlebnis

Geschrieben von M.Dannhauer am . Veröffentlicht in Senioren

Der Mai ist bekanntlich der Monat der Feiertage. Dem wollte auch der SC Lichtenbusch Rechnung tragen. Daher stand das vergangene Wochenende ganz im Zeichen des Kreispokalfinals der A-Junioren, bei der man ein tolles Spiel, eine tolle Mannschaft und einen tollen Abschied der A-Jugendlichen feierte. Auch die Senioren feierten, leider nicht auf dem Platz. Während die eine Hälfte der Spieler das lange Wochenende zu diversen Kurztrips unterwegs war, spielten die Verbliebenen so, als müssten sie sich noch von diversen Vatertagsfeierlichkeiten erholen.

A-Jugend verpasst den Pokalgewinn knapp, füllt das Wort vom zweiten Sieger aber mit Leben

Rund hundert Lichtenbuscher (neben Mannschaft und Betreuer waren etwa 80 Fans mitgereist) machten das Finale der A-Junioren um den Kreispokal zu einem echten Erlebnis. Mit dem Anpfiff sorgten die Zuschauer für echte Pokalatmosphäre, was unsere Mannschaft und ihre Gegner vom VfR Würselen dazu animierte, sich einen spannenden Pokalfight zu liefern. Gegen den favorisierten Meister der Sonderliga hatte unsere Mannschaft die erste große Chance, als Tim Winkler einen Freistoß gekonnt in Richtung Tor zirkelte, aber leider nur die Latte traf. Ansonsten war das Spiel verständlicherweise zunächst von Nervosität und hohem kämpferischen Einsatz geprägt. Beide Mannschaften versuchten es fast ausschließlich mit langen Bällen, wobei die körperlich robusteren Würselener deutliche Vorteile hatten und so die erste Halbzeit dominierten. Daher kamen sie dann auch Mitte der ersten Halbzeit zur Führung. In der Halbzeit wurde die Mannschaft noch einmal dazu aufgefordert, ihre eigenen Stärken mehr ins Spiel einzubringen, was im zweiten Spielabschnitt auch gelang. Die Mannschaft kombinierte nun mehr und konnte daher ihre technische Qualität besser ausspielen. So gelang es, das Spielgeschehen zunehmend in die gegnerische Hälfte zu verlagern und zu Torchancen zu kommen. Drei Mal hatte man den sicherlich verdienten Ausgleich auf dem Fuß, jedoch wurden die Schüsse entweder noch so gerade abgeblockt oder gingen knapp daneben. Unermüdlich von den Fans angefeuert warf man kurz vor Schluss alles nach vorne, musste aber praktisch mit dem Schlusspfiff einen Konter zum 0:2 Endstand hinnehmen. Die Enttäuschung währte aber nur kurz. Nach einer überaus erfolgreichen Saison mit einem sechsten Platz in der Sonderliga und der Krönung durch das Pokalfinale feierte die Mannschaft mit lauten Sprechchören sich und ihren Trainer Dieter Hauten, der acht seiner Spieler nun in die Seniorenabteilung verabschiedete. Die Feierlichkeiten waren trotz Niederlage so ausgelassen, dass man vom Veranstalter vor der Siegerehrung „zur Ordnung gerufen werden musste“ und ein unmittelbar nach Schlusspfiff an der Platzanlage eintreffender Besucher sicher nicht hätte feststellen können, wer denn nun Pokalsieger ist. Bis zur Abreise und später noch einige Stunden im Vereinslokal füllte die Mannschaft die oftmals eher hohle Floskel vom „zweiten Sieger“ tatsächlich mit Leben. Unser Glückwunsch geht aber auch an die Jungs aus Würselen, die mit dem Pokalsieg und der Meisterschaft in der Sonderliga das Double geschafft haben.

Ohne Plan keine Zeit oder keine Zeit für einen Plan?

Eher keine Glückwünsche gehen an den Veranstalter vom Fußballkreis Aachen und die Verantwortlichen für den Zeitplan des gesamten Endspieltags. Auf der wunderschönen Anlage des VfL Vichttal waren vom D- bis A-Junioren Spiel vier Finals vorgesehen. Schon ein Blick auf die offiziell angesetzten Anstoßzeiten verriet, dass man zwischen den Spielen keinerlei Puffer vorgesehen hatte. Abpfiff des einen Spiels wäre nach diesem Zeitplan praktisch der Anpfiff der nächsten Partie gewesen. Das immerhin im Regelbuch festgelegte – und damit als überliefertes Wissen jederzeit nachlesbare – Vorkommen von Halbzeiten, Verlängerungen und Elfmeterschießen bei Pokalspielen schien noch nicht bis zu den Planern vorgedrungen zu sein. Und so kam es, wie es kommen musste: Die Spieler des D- und B-Junioren Finals nutzten die zeitlichen Möglichkeiten des Regelbuchs in puncto Halbzeit, Verlängerung und Elfmeterschießen vollumfänglich aus und brachten so den Zeitplan praktisch zum Einstürzen. Am Ende summierte sich der über den Tag gesammelte Verzug auf knapp anderthalb Stunde Verspätung, mit der das A-Junioren Finale angepfiffen werden konnte. Das ist – mit Verlaub – für die Spieler eine Unzumutbarkeit und für die angereisten Zuschauer eine Unverschämtheit. Von den Verantwortlichen vor Ort gab es dazu vor und nach den Spielen jedoch keinerlei Kommentar oder Entschuldigung. Zurück blieb daher der Eindruck einer derart amateurhaften Zeitplanung, dass sich selbst Amateure nur wundern konnten. Wie man vier Spiele an einem Tag auf einem Platz zeitlich mit genügend Puffer durchführen kann, darüber geben im Fußballkreis Aachen sicherlich gerne alle kleineren und größeren Vereine Auskunft, die schon mal ein Jugendturnier organisiert haben. Auch hier ist also durchaus überliefertes Wissen vorhanden, auf das die Verantwortlichen im nächsten Jahr zurückgreifen könnten.

Senioren ohne Punkte, aber mit Ausfallquote

1:6, 0:7, 1:5 – so die Bilanz der Seniorenmannschaften am Sonntag. Die Ausfallquote erreichte im Vorfeld des Spieltags den Saisonrekord, zusammengerechnet fehlten in allen drei Mannschaften mehr als die Hälfte der verfügbaren Spieler. Alleine bei der ersten Mannschaft waren 6 Stammspieler nicht verfügbar. Der verbliebene Rest schleppte sich entweder nach teilweise längeren Ausfällen mit erkennbaren Formproblemen über den Platz oder erwischte einen gebrauchten, fast schon gänzlich abgenutzten Tag. Daher war das Beste aus Lichtenbuscher Sicht noch das Wetter an diesem Spieltag, bei der alle drei Teams ihren Gegnern chancenlos unterlegen waren.