Erste entweiht neuen Kunstrasenplatz, Zweite siegt mit zweimal kräftig Auweiha , A-Junioren streben nach höheren Weihen

Geschrieben von Michael Dannhauer am . Veröffentlicht in Senioren

Glaube ist im Fußball ein wichtiger psychologischer Faktor. Der Glaube an die eigene Stärke, der Glaube, auch große Rückstände noch drehen zu können (geht aber nur in Kombination mit dem berühmten unbedingten Willen), der Glaube an das Gute im Schiedsrichter, der wiederum an das Gute im Fußballer glaubt und nicht zuletzt der Glaube an den Fußballgott eint Spieler, Trainer und Fans gleichermaßen. Gerade der Glaube an den Fußballgott ist jedoch eher ambivalent, schließlich meinte man seine Erscheinung schon in vielen Fußballern zu sehen. Von Toni „Du bist ein Fußballgott“ Turek über Jürgen Kohler-„Fußballgott“ bis hin zu jemandem wie Christian „Ich spiele derzeit überragend“ Wörns wurde das Göttliche am Fußball schon in so manchem Spieler entdeckt, von dem man es nicht unbedingt erwartet hätte.

Vielgötterei  und ein klares, sozusagen lebendes Bildnis sind also im Fußball kein Problem und sorgen dafür, dass selbst die im sonstigen Leben Ungläubigsten in Sachen Fußball zu streng gläubigen Jüngern, sogenannten Fans, mutieren. Grundsätzlich spielt es sich mit einem Fußballgott in der eigenen Mannschaft natürlich leichter. Doch was ist zu tun, wenn dies nicht der Fall ist, der Fußballgott also eher wie etwas Überirdisches und Unfassbares über dem Spiel schwebt? Was kann man ihm darbringen, wie kann man ihn besänftigen, wie seine Gunst erlangen?  Natürlich könnte man ihm zu Ehren Fußbälle verbrennen oder auf dem Trikot liegend gen FIFA-Zentrale in Zürich beten. Ersteres ist jedoch gerade für Kreisliga-Clubs zu teuer und letzteres bringt nichts, da in der FIFA-Zentrale ein Sonnenkönig thront, der keinerlei Götter neben sich duldet. Daher gehen viele Vereine dazu über, ihre Sportplätze offiziell einweihen und einsegnen zu lassen, auf das der Fußballgott zumindest bei Heimspielen der eigenen Mannschaft immer gnädig zur Seite stehe. Die große Anzahl an Auswärtssiegen quer durch alle Ligen zeigt jedoch, dass diese Rechnung nicht aufgeht oder dass der Fußballgott schlicht nicht überall sein kann. Insofern bleibt vielen Mannschaften nur der Glaube, es zur Not auch ohne göttliche Hilfe schaffen zu können. Hierbei kann es von Vorteil sein, wenn man neben dem festen Glauben an einen Sieg auch ein wenig Fußball spielen kann und zusätzlich auf ein wenig Glück hofft. Können, Glaube, Hoffnung -  für unsere Seniorenmannschaften ergab dieses Spannungsfeld eine erfolgreiche Woche.

Unsere Erste hatte dabei die Ehre, am Tag der offiziellen Einsegnung und Einweihung der neuen Kunstrasenanlage der SG Stolberg das Spitzenspiel der Kreisliga A beim Tabellenzweiten austragen zu dürfen. Während also die Gastgeber unter Umständen auch auf göttliche Hilfe hofften,  stärkte unsere Mannschaft der Glaube, derzeit in guter Form zu sein. Daran änderte auch nichts, dass kurz vor Anpfiff aus dem eh schon zahlenmäßig ausgedünnten Kader auch noch Spielführer Bennet Kather ausfiel. Die kurzfristigen Umstellungen sorgten jedoch für keinerlei Unruhe im Spiel unserer Mannschaft. Vielmehr gelang ihr spielerisch die vielleicht beste halbe Stunde der Saison, in der man die Gastgeber mit gutem Passspiel und guter Raumaufteilung deutlich beherrschte. Weiteres Selbstvertrauen gab bereits nach fünf Spielminuten die Führung, als Tom Ofers einen Freistoß direkt verwandelte. In der Folge verpasste es unser Team bei zahlreichen Abschlussgelegenheiten, die Führung auszubauen. So kamen die individuell und spieltechnisch sehr starken Stolberger nach und nach ins Spiel, während unsere Mannschaft leider die spielerische Linie verlor und mit dem nun sehr hohen Pressing der Gastgeber nur schwer zurecht kam. Daher hatte nun der Gastgeber gute Chancen, die aber mit letztem Einsatz abgeblockt oder von Torhüter Sascha Remmert vereitelt wurden. Mit dem Pausenpfiff jedoch gelang unserer Mannschaft noch mal ein guter Angriff, den Christian Jansen sehenswert zum 2:0 abschloss. In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild kaum, Stolberg drückte unsere Mannschaft in die Defensive und unsere Mannschaft konnte  sich nur selten befreien. Immerhin hatte aber Sascha Remmert jetzt seinen Spaß an dem Spiel, der alles entschärfte, was von seiner Abwehr nicht geklärt werden konnte. Daher verstärkte sich mit jeder vereitelten Torchance bei unserer Mannschaft der Glaube, dass man hier eine Überraschung schaffen könnte. Und so stabilisierte man sich an Mitte der zweiten Halbzeit, ließ weniger klare Abschlüsse zu und kam nun häufiger zu Konterchancen. Als schon keiner mehr damit rechnete, gelang den Gastgebern fünf Minuten vor dem Ende doch noch der Anschlusstreffer durch ein unglückliches Eigentor. Die Schlussoffensive der Stolberger verpuffte jedoch sofort, denn der kurz zu vor eingewechselte Tobias Gastes vollendete und veredelte mit seinem ersten Ballkontakt einen Konter mit einem sehenswerten Abschluss zum 3:1 Endstand. Am Ende war es ein Erfolg in einem Spiel, in dem beide Mannschaften ihre guten Phasen hatten, bei dem unser Team jedoch etwas effizienter beim Tore schießen war.

Die zweite Mannschaft gewann am Sonntagmorgen mit 2:0 beim Tabellenletzten in Höfen. Marc Mennicken stellte mit einem Doppelschlag kurz vor der Halbzeit den Sieg sicher. Dennoch wurde auch dieser Erfolg getrübt durch Undiszipliniertheiten, die zu zwei Platzverweisen für unser Team führten. So sehr man sich darüber freuen kann, nach einem misslungenen Rückrundenstart wieder in die Erfolgsspur zurück gefunden zu haben, so sehr ist es angebracht, bis zum Saisonende sich auch in puncto Disziplin zu verbessern. 

A-Jugend erreicht Pokalfinale

Die Saison für unsere A-Junioren läuft langsam aus. Sportlich hat man im ersten Jahr Sonderliga souverän  erneut die Qualifikationsspiele erreicht. Dieser Erfolg wird aber noch getoppt durch das Erreichen des Kreispokalfinals. Unter der Woche besiegte das Team von Trainer Dieter Hauten auf schwer zu bespielendem Aschenplatz den Kohlscheider BC durch Tore von Julian Kuchen und Simon Leskien.  Das Finale wird am 16.Mai auf neutralem Platz ausgetragen. Es wird für einige der Jugendlichen ihr letztes Jugendspiel sein und bedeutet daher zum Abschluss noch einmal ein echtes Highlight. Dies gilt auch für den Verein, denn so oft durften Lichtenbuscher Mannschaften noch nicht im Finale um den Pokal spielen. Gegner ist der VfR Würselen, der souverän die Sonderliga anführt. Am Samstag kam es bereits schon einmal zu diesem Vergleich, bei dem unsere Mannschaft dem Tabellenführer ein 2:2 abtrotzte. Allerdings traten beide Mannschaften stark ersatzgeschwächt an, so dass dieses Spiel wohl kaum Rückschlüsse für das Pokalfinale zulässt.