Erste entdeckt Langsamkeit, Zweite entdeckt langsam Siegeswille, Dritte macht zu langsame Entdeckung, Alte Herren entdecken Entschleunigung der Langsamkeit

Geschrieben von Michael Dannhauer am . Veröffentlicht in Senioren

„Tempo, Tempo, Tempo!“ So hallte es am Sonntag mehrfach über den sonnenbeschienenen Sportplatz an der Monschauer Straße. Ob es nun just an dieser sonnenbeschienenen und angenehm temperierten Wetterkonstellation lag, ist schwer zu ergründen, jedenfalls änderte die zunehmend verzweifelter ausgerufene Aufforderung zumeist wenig am Spielgeschehen. Daher war der Ausruf „Tempo, Tempo, Tempo“ mitunter schon das Schnellste, was die Zuschauer bei den Spielen unserer Seniorenteams am Sonntag erleben durften. Daher muss man mit den 4 Punkten, die unsere drei Teams in aller Ruhe einfuhren, schon zufrieden sein. Für den Rest entschädigte das Wetter, das sowohl Zuschauern als auch Spielern einen angenehmen, gemütlichen und entschleunigten Sonntag bescherte.

 

Die erste Mannschaft schloss im Spiel gegen den Tabellenletzten aus Dürwiß an die insgesamt schwachen Leistungen der Hinrunde speziell gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel an und spielte zum zweiten Mal hintereinander 0:0.  Immerhin konnten sich Statistiker freuen, denn zwei torlose Unentschieden hintereinander hatte unsere Mannschaft in viereinhalb Spielzeiten Kreisliga A bisher noch nicht fabriziert. Dass es auch gegen Dürwiß immerhin einen Punkt gab, lag in erster Linie an Torwart Sascha Remmert, der mehrfach Eins gegen Eins Duelle für sich entschied und damit das behäbige Verhalten seiner Vorderleute ausbügelte. Und da man nach vorne ebenfalls eher gemächlich unterwegs war, passierte auch vor dem Dürwißer Tor nur selten etwas Gefährliches. Daher hatte sich die engagierte Düwißer Mannschaft den Punkt redlich verdient, während unsere Mannschaft verstanden haben sollte, dass man mit halber Kraft in der Kreisliga A keine Spiele gewinnt.

Die zweite Mannschaft zeigte dagegen nach Wochen der Tristesse das erste gute Spiel des Jahres 2015 und wurde mit einem 5:1 Erfolg gegen Hertha Walheim III belohnt. Dass man dabei knapp 50 Minuten in Unterzahl spielen musste, wertet den durch Tore von Yorrik Laschet, Falco Bertram (2), Hussein Atruschi sowie einem Eigentor der Gäste erspielten Erfolg noch auf. Neben deutlich verbessertem Passspiel zeigte man endlich mal wieder auch die nötige Einsatzbereitschaft und speziell nach dem Platzverweis auch den nötigen Siegeswillen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Aufwärtstrend auch in den nächsten Wochen anhält.

Die dritte Mannschaft war im Spiel gegen den unangefochtenen Tabellenführer von Raspo Brand II chancenlos. 0:3 hieß es am Ende eines Spiels, bei dem die Gäste noch einige gute Möglichkeiten liegen ließen. Dabei konnte man in Ansätzen zeigen, dass die Brander durchaus verwundbar gewesen wären. Da man jedoch die eigenen Angriffe in der Regel nur mit maximal zwei Spielern startete, blieb es bei den Ansätzen, so dass man den gegnerischen Strafraum meist nur schemenhaft entdeckte.

 

Die Alten Herren zeigten sich nach der knappen Niederlage gegen Alemannias Traditionself gut erholt und schlugen den belgischen Alt-Herren Club FC Knabbe mit 4:2. In diesem Spiel zeigten beide Mannschaften ein physikalisches Paradoxon und bewiesen, dass es durchaus möglich ist, in unserer ach so schnelllebigen Zeit selbst die Langsamkeit noch zu entschleunigen. Daher zog sich dieses Spiel genau so zäh dahin wie ein Einkaufsbummel mit der Liebsten: laufen, stehen, gucken, laufen, stehen, gucken…. Für Männer ist das anstrengender als ein Marathonlauf. Kein Wunder also, dass beim anschließend dringend gebotenen Auffüllen des Elektrolythaushalts in der Gaststätte des Vereinswirts beide Mannschaften das Tempo merklich erhöhten.